Saint-Cirq Lapopie XXL – was ist das denn? Ein französisches Designerstück? Könnte man so bezeichnen. Aber hier geht es nicht um ein extra großes Kleid, das auf einem Laufsteg in Paris präsentiert wird, sondern um einen Triathlon.
Eigentlich passen die Franzosen jedes Wort ihrer Sprache an, und zwar so, dass es kein Ausländer aussprechen kann. Beim Triathlon sind sie erstaunlich pragmatisch. Die Distanzen werden einfach nach den internationalen Kleidergrößen benannt: S für Sprint, M für Olympisch, L für Mitteldistanz und XXL für die Langdistanz.
Saint-Cirq Lapopie ist ein mittelalterlicher Ort im Lot-Tal im Südwesten Frankreichs. Der Triathlon wurde 2022 unter dem Thema „Eine Reise durch die Zeit“ gegründet, um die ursprüngliche Natur und das historische Dorf miteinander zu verbinden. Die Premiere war so erfolgreich, dass im Folgejahr auch eine Langdistanz eingeführt wurde. Von Beginn an ist klar: Die Teilnehmerzahl bleibt begrenzt, um diese besondere Umgebung zu schützen. Für die Langdistanz heißt das maximal 150 Teilnehmer.
Drei Gründe. Viele Höhenmeter.
Bei der Auswahl meines diesjährigen Saisonhighlights spielen drei Faktoren eine Rolle: erstens der Zeitpunkt im Spätsommer, zweitens die Vorliebe für ein kleineres Rennen nach einem Jahr im Ironman-Rummel und drittens die Tatsache, dass Frankreich immer eine Reise wert ist.
Langdistanzen bei kleineren Rennen sind oft eher eintönig, weil man viele Runden zu bewältigen hat. Oder sie sind besonders anspruchsvoll. Saint-Cirq Lapopie gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Vor allem das Höhenprofil der Radstrecke mit etwa 2000 Höhenmetern lässt mich lange zögern. Die traumhaften Bilder der Landschaft sind dann doch überzeugend.
Ich melde mich im März für das Rennen an. Zu diesem Zeitpunkt bekommt man den Startplatz für 295 Euro. So günstig geht es heute kaum noch. Auch eine Unterkunft in fußläufiger Nähe zum Wettkampfgeschehen zu finden, ist überhaupt kein Problem.
Voller Teller. Arztbesuch?
Allerdings steht meine Einschreibung eine Weile als „ungültig“ in der Liste. Nach Kontakt mit dem Veranstalter bekomme ich den Grund heraus: In Frankreich gibt es ein neues System. Während man früher für viele Sportveranstaltungen zum Arzt musste, gibt es jetzt eine digitale Gesundheitsvorprüfung. Auch der französische Triathlonverband hat dieses Verfahren eingeführt. Nur den DTU-Startpass vorzuzeigen, reicht nicht mehr. Also Online-Gesundheitscheck. Man schaut sich einige Videos an und beantwortet Fragen dazu, welche Warnzeichen man vor und während eines Wettkampfes beachten sollte.
Eigentlich alles sinnvoll. Nur folgende Frage macht mich stutzig: „Wurden Sie jemals auf Ihr Essverhalten angesprochen?“ Äh … natürlich! Egal ob Bekannte, die von meinem kalorienverschwenderischen Hobby wissen, oder völlig Fremde – es ist öfter Thema. Es muss wohl beeindruckend sein, wenn in so ein kleines Persönchen wie mich erstaunliche Mengen an Essen verschwinden.
Eine Reisetasche. Ein Knicklicht.
Am Tag vor dem Rennen ist alles sehr entspannt. Bei der Einschreibung stehen nur wenige Leute vor mir. Ich bekomme Startnummer 21 und die obligatorischen Wechselbeutel. Mit einem Eventrucksack habe ich bei der geringen Startgebühr nicht gerechnet. Doch dann die Überraschung: Es gibt eine riesige Reisetasche. Gewöhnungsbedürftige Farben, aber viel zu transportieren hat man als Triathlet ja immer.
Im Starterbeutel ist noch etwas auffällig: eine fluoreszierende Badekappe und ein Knicklicht. Zur Startzeit um 7.00 Uhr ist es nämlich noch verdammt dunkel!
Eine klassische Wettkampfbesprechung gibt es nicht. Dafür gibt es einen zehnseitigen Raceguide auf Englisch und Französisch im Internet. Dieser ist allerdings nicht ganz so vollständig. Dies merke ich schon beim Check-in am Abend: Ich kann mein Rad abgeben, die Wechselbeutel sind allerdings erst am Rennmorgen aufzuhängen. Also schleppe ich sie zweimal hin und her.











Stockfinster. Sommerwärme.
Am Wettkampfmorgen geht es im Dunkeln los. Stirnlampe ist hier essenziell, denn der Wechselgarten ist kaum ausgeleuchtet. Das Fahrrad ist überraschend trocken. Überhaupt scheint es wettertechnisch ein perfekter Tag zu werden.
Während es an allen anderen Tagen morgens deutlich unter zehn Grad sind, haben wir heute schon angenehme 18 Grad. Bis Mittag ist Bewölkung angesagt, am Nachmittag wird das Thermometer an die 30 Grad klettern, aber nicht darüber wie an den vergangenen Tagen. So kann ich ohne Frösteln das Rad und den Wechsel vorbereiten.
Dann die nächste Überraschung: Man kann die Stirnlampe für den Lauf abgeben und muss sie nicht die gesamte Strecke über mitschleppen. Ich überlege kurz, beschließe dann aber, diese lieber komplett mitzunehmen. Sicher ist sicher.
Überhaupt setze ich komplett auf Eigenversorgung – außer Wasser natürlich. Beim Laufen wird das jedoch eine kleine Schlepperei, da es wohl keine „Personal Needs“-Station gibt. Es gibt also keine Station, an der man seine persönlichen Sachen zwischenlagern kann.
Nach dem Anziehen des Neos gebe ich meine Wechselsachen ab und sehe einen ganzen Tisch voller nummerierter Tüten mit Gels und Stirnlampen. Also gibt es doch so eine Station. Nur gab es dafür weder eine Info im Raceguide noch von den Helfern. Ich habe mehrfach nachgefragt. Um etwas zu ändern, bleibt jetzt keine Zeit mehr.
Glühwürmchen-Schwimmen. Abgesagt.
Wir gehen zum Start. Es ist immer noch stockduster. Ich überlege, ob ich überhaupt in dieses dunkle Wasser springen und mich einschwimmen möchte. Irgendwie machen das sonst nur betrunkene Jugendliche nach irgendwelchen Dorffesten.
Ich mache es dann aber doch. Das Wasser ist kühl. Einige Athleten haben schon die Leuchtstäbe aktiviert. Ich bin plötzlich total kribbelig. Was für eine Erfahrung, im Stockdunkeln kleinen leuchtenden Punkten hinterher zu schwimmen.
Allerdings wird aus dem geplanten Nachtschwimmen nichts. Der Start verzögert sich. Um ganze 40 Minuten. Der Grund: eine öffentliche Kontrolle der Strecke. Es gibt in Frankreich wohl unangekündigte behördliche Prüfungen für Sportveranstaltungen, und so eine findet heute statt. Eine Stelle auf der Radstrecke ist auffällig und muss noch abgesichert werden.
Eine gute Sache – auch wenn es natürlich nervt. Das Glühwürmchen-Schwimmen fällt aus und am Abend wird das heißen, noch länger in der Dunkelheit unterwegs zu sein.
Gegen die Strömung. Mit der Strömung. Gegen die Strömung.
Entgegen der ursprünglichen Ansage gibt es doch einen Rolling Start. Alle sechs Sekunden starten sechs Athleten. In der zweiten Reihe ist noch ein Platz frei. Ich schlage mutig zu. Die Entscheidung ist gut – auch wenn ich anfangs von einigen überschwommen werde.
Auf die Schwimmstrecke bin ich besonders gespannt, denn die Schwimmzeiten der vergangenen Jahre sind auffällig langsam. Der Grund zeigt sich schnell: Auf dem Hinweg müssen wir einen großen Teil gegen die Strömung schwimmen. Ich finde immer wieder einen Wasserschatten, aber eben nicht dauerhaft.
Nach der Wende ändert sich die Situation. Genau passend für mein Tempo schwimmt jemand von hinten heran. Perfekt. Ich hänge mich an seine Füße. Von der Seite gesellt sich ein anderer Schwimmer dazu und will mich wegdrängeln. Aber ich drängle zurück: Diesen schwer erkämpften Platz lasse ich mir nicht streitig machen. Ich gewinne.
Mein Zugschwimmer kennt sich aus. Er peilt die Flussmitte an, um beim Schwimmen mit der Strömung das Beste herauszuholen. Im Raceguide gab es keine Anweisung, wie die Bojen zu umschwimmen sind. Wir scheinen dennoch nicht ganz regelkonform unterwegs zu sein. Zweimal holt uns ein Boot mit einem Wettkampfrichter zurück und schickt uns wieder Richtung Ufer.
Wir schwimmen am Start vorbei. Ich schaue auf die Uhr – der Rückweg war 10 Minuten schneller als der Hinweg. Es geht weiter 400 Meter flussabwärts, um dann noch einmal gegen die Strömung zum Ausstieg zu schwimmen. Auf dem Rückweg ist das Ufer extrem bewachsen. Hier weisen uns Helfer auf Surfbrettern in die Flussmitte. Das ist anstrengend, weil man nun noch schräg gegen die Strömung schwimmen muss. Etwas stressig ist es zudem, weil nicht ganz klar ist, wo wir hinschwimmen sollen. Ich bin froh, noch mit meinem Zugschwimmer unterwegs zu sein. Ich folge ihm einfach.











Steine. Kiesel. Ein kleiner Vorgeschmack auf Berge und Felsen.
Zum Ausstieg geht es wackelig über große Steine. Der Weg zur Wechselzone ist relativ lang und vor allem mit kleinen Kieselsteinen gespickt. Das tut höllisch weh. Ich frage mich, ob man als Triathlet nicht mal eine Trainingsstunde bei einem Fakir nehmen sollte.
Nach dem Radaufstieg geht es entlang der Wechselzone geradeaus – und dann heißt es sofort reintreten, denn der erste steile Anstieg wartet.
Es liegen zwei Runden à 90 km vor uns. Und jede Runde hat drei richtig anspruchsvolle Anstiege. Der erste ist gleichzeitig der steilste. Ich komme gut hinauf. Es hilft natürlich, dass rechts von mir ein traumhafter Blick auf Saint-Cirq Lapopie wartet. Die Zeitreise beginnt.
Plötzlich berühmt. Ein paar Minuten.
Aber erst mal tauche ich nicht in eine andere Zeit, sondern in eine andere Welt: die Welt der Großen und Berühmten. Das Rennen wird nämlich live auf dem Kanal „La Chaîne du Triathlon“ übertragen. Da ich nach gutem Schwimmen gerade weit vorn im Feld der Frauen liege, rücke ich in den Fokus.
Ich fahre eine ganze Weile hinter einem Motorrad, auf dem der Beifahrer die Kamera auf mich richtet. Minutenlang! Ich muss schon etwas grinsen über die Situation. Wohl fühle ich mich in diesem Scheinwerferlicht aber nicht, vor allem weil mich Motorräder nervös machen.
Die Bilder landen übrigens nicht in der Übertragung, aber in einem netten Social-Media-Reel auf Instagram.
In der Live-Übertragung bekommt gerade der Schwimmstart der am selben Tag stattfindenden Mitteldistanz mehr Aufmerksamkeit. Dafür wird mein triathletischer Lebenslauf vorgetragen: Spreewaldtriathlon, Berliner Triathletin des Jahres und als Langdistanzerfahrung wird der Triathlon in Lappland als Extremtriathlon benannt:
Hawaii spielt keine Rolle – ich bin wirklich bei einem Wettkampf ohne Ironman-Rummel gelandet.
180 Kilometer. Drei Berge. Viel Panorama.
Nun wird es Zeit, sich dem Rennen zu widmen. Rechts steile Felswände, links der Lot, in dem wir gerade noch geschwommen sind. Eine Landschaft wie aus einer anderen Zeit.
Zwischen den steilen Anstiegen gibt es viele Abschnitte, auf denen man gut in Aeroposition fahren kann, sodass ein Triathlonrad für die Strecke geeignet ist. Wie anspruchsvoll die Strecke ist, realisiere ich bald: Ich bin langsam unterwegs. Ein bisschen hatte ich das erwartet. Ich habe für sieben bis siebeneinhalb Stunden Verpflegung kalkuliert. Am Ende werde ich etwas über acht Stunden brauchen. Langweilig wird mir dabei jedoch keine Sekunde.
Auf der ersten Runde ist es grau und bedeckt, auf der zweiten gibt es blauen Himmel und Sonne. Die Landschaft wirkt also völlig unterschiedlich, was für zusätzliche Abwechslung sorgt. Kleine Berge, große Berge, schroffe Flusstäler, mediterrane Fauna, kleine Dörfchen …
Pro Runde gibt es nur drei Versorgungsstationen. Leider sind die auch recht ungleichmäßig verteilt. Da muss man mit dem Wasser etwas kalkulieren. Aber ausreichend Nachfüllen ist kein Problem, denn man muss so oder so an den Stationen anhalten. Entgegen anderer Rennen wird hier nichts zugereicht. Man muss an einem kleinen Tischchen stehen bleiben und Flaschen austauschen oder auffüllen. Mir gefällt das System. Auch bei großen Rennen musste ich bisher öfter anhalten, weil gerade bei meiner Vorbeifahrt keiner Wasser zugereicht hat. Dieses System schafft gleiche Bedingungen für alle. Und es spart ohne Ende Helfer. Außerdem kann man für ein paar Sekunden einen kleinen Plausch mit Helfern oder anderen Teilnehmern führen, was immer motivierend für die nächsten Kilometer ist.
29.000 Jahre. Echt jung.
Apropos Pläuschen: Als wir auf der zweiten Runde durch Cabrerets fahren, gibt es noch mal einen kleinen Zeitsprung für mich. Nicht nur, dass es hier die Höhle Pech Merle mit 29.000 Jahre alten Malereien gibt, sondern meine eigene Lebenszeit wird relativ.
Mich überholt ein Teilnehmer mit dem Spruch: „Du bist echt jung für die Langdistanz!“ Als er mich nach meinem Alter fragt, fällt er fast vom Rad. Und ich bekomme für die letzten Kilometer einen jugendlichen Schub. So komme ich voller Energie in die Wechselzone zurück.
Während ich mich umziehe, höre ich von den Zuschauern, dass die Versorgungsstationen auf der Strecke nicht besonders bestückt sind. Gut, dass ich auf meine eigene Versorgung gesetzt habe. Auf der Radstrecke gab es noch reichlich Gels und Riegel. Jetzt sind nur noch Früchte und Gummibärchen sowie Käse und Wurst im Angebot. Ich packe meine eigenen Gels in den Gürtel – und natürlich die Stirnlampe. Denn inzwischen ist klar: Ich werde diese Zeitreise nicht mehr bei Tageslicht beenden.

















1845 in den Fels gehauen. Heute mein Laufweg.
Zu laufen sind vier Runden am Ufer des Lots. Ich fühle mich erstaunlich gut – schließlich liegen gerade acht Stunden Radfahren hinter mir. Ich muss mich sogar bremsen, nicht zu schnell zu laufen.
Dann kommt ein Höhepunkt der Laufstrecke: der Treidelweg. Hier wurde 1845 ein etwa ein Kilometer langer Weg in den Fels gehauen, um mit Tier und Mensch Frachtboote flussaufwärts zu ziehen.
Heute ist der Weg einfach spektakulär: Der Untergrund ist uneben und durch die vielen Besucher glatt geschliffen wie Marmor. An der Wand hat der Künstler Daniel Monnier ein Flachrelief geschaffen, das die Umgebung des Flusses widerspiegelt. Ich kann es allerdings nicht anschauen, denn der schwierige Untergrund verlangt meine volle Aufmerksamkeit.
Gleich kommt der höchste Punkt. Sagt mein Mann.
Auf dem Rückweg der ersten Runde wartet ein weiterer Höhepunkt der Laufstrecke: der Anstieg nach Saint-Cirq Lapopie. Die steilen Passagen gehe ich bewusst. So spare ich Energie und kann gleichzeitig die Umgebung aufnehmen.
Vor einer besonders fiesen Treppe steht mein Mann. „Gleich kommt der höchste Punkt der Strecke“, sagt er. Also klettere ich optimistisch nach oben. Nun ja. „Gleich“ war vielleicht etwas großzügig formuliert. Es geht weiter hoch. Und weiter hoch. Und noch ein Stück weiter hoch.
Oben angekommen umrunde ich die Kirche, bevor es wieder steil bergab geht. Auf dem glatten Pflaster ist das fast schwieriger als der Anstieg. Aber genau das macht diese Strecke aus: Man läuft nicht einfach einen Marathon. Man bewegt sich durch eine andere Zeit.
Drei Schritte für Mama. Drei für Papa. Drei für …
Die zweite Runde läuft noch richtig gut, doch mit Einbruch der Dunkelheit merke ich: Das wird heute schwer. Die Beine rebellieren gegen den Laufschritt. Ich muss ein längeres Stück gehen. Es sind erst 26 Kilometer geschafft.
Ich bin immer noch bester Laune, mache mir nur Gedanken, dass ich ja irgendwann ankommen muss. Also brauche ich eine Strategie. Im Kopf wird alles hervorgeholt, was mich wieder zum Laufen bringt. Drei Schritte für Mama, drei Schritte für Papa … Zum Glück kenne ich viele Leute, sodass die Liste der Bekannten lang ist und ich immer wieder ein Stück vorankomme.
Ab und zu komme ich in kurze Gespräche mit anderen Athleten. Mit einem Franzosen tausche ich ein paar Wortfetzen aus. Wir diskutieren darüber, warum ich nicht in der Nähe von Passau wohne – das liegt schließlich im Osten Deutschlands. Komisch, was der Kopf in solchen Situationen macht. Ich kann mich noch einigermaßen auf Französisch unterhalten, realisiere aber nicht, wo ich gerade bin. Im Südwesten von Frankreich ist der Osten von Deutschland anders definiert. Ich glaube, das ist verziehen, denn schließlich bin ich schon seit 13 Stunden unterwegs.
Eine vierte Runde muss ich noch. Die Beine schmerzen unheimlich, aber sonst geht es mir gut. Ich bin richtig neugierig, was passieren wird: Was werde ich aus meinem Kopf noch rausholen, um weiter einen Fuß vor den anderen zu setzen?
Außerdem laufe ich am Zielbogen vorbei und höre, wie gerade ein Zieleinlauf gefeiert wird. Das motiviert.
Kaum Licht. Kaum Geräusche.
Nun ist es wirklich stockdunkel. Kein Licht weit und breit. Nur der Vollmond und ein paar Stirnlampen. Die Läufer vor mir erkennt man kaum, weil die Lampen nicht weit leuchten. Die entgegenkommenden Läufer sieht man dagegen schon von Weitem.
Die schwierigen Passagen auf dem Treidelweg traue ich mich nicht mehr zu laufen. Dafür bin ich einfach zu müde und mir ist der Untergrund zu gefährlich. Und ein bisschen lässt mich die Atmosphäre erstarren. Alles, was ich sehe, ist der kleine Wegausschnitt im Licht der Stirnlampe und der Vollmond, der sich im Fluss spiegelt. Alles, was ich höre, ist ein springendes Fischchen und das Geräusch meiner schweren Schritte. Aber es sind Schritte. Ich komme voran.
Mitten in der Dunkelheit gibt es einzelne Zuschauer, die einen anfeuern. Während es tagsüber immer ein fröhliches „Allez, Denise“ ist, ist es jetzt nur noch ein schweres „Jusqu’au bout“ (bis zum Ende).
Am Ende ist das Ziel. Wirklich.
Und es rückt näher. Erst sehe ich ein paar Lichter, dann höre ich Musik und Ansagen. Geschafft. Natürlich versuche ich auch diesmal meinen traditionellen Zielsprung. Heute reicht die Kraft allerdings nur noch für einen kleinen Hüpfer.
Es gibt eine liebevolle Medaille. Das Finishershirt ist nur noch in großen Größen verfügbar. Ich soll es als Nachthemd verwenden. Das werden aufregende Träume!
Übrigens endet das Rennen nach Mitternacht mit einem Feuerwerk, das wir von unserem Ferienhaus aus noch genießen können.













Frankreich. Wein.
Am nächsten Morgen wollen wir noch etwas die Rennen der kürzeren Distanzen anschauen. Es gibt noch einen Sprint und die olympische Distanz.
Und wir gehen zur Siegerehrung: Von zwölf gestarteten Frauen werde ich Achte und gewinne meine Altersklasse. Die Zweitplatzierte meiner Altersklasse ist nur neun Minuten hinter mir, nur ein Hauch bei meiner Gesamtzeit von 14:44.
Für die Sieger gibt es drei Flaschen Wein, für den Zweiten zwei und für den Dritten und die Altersklassensieger eine Flasche Wein.
Saint-Cirq-Lapopie XXL – mein Fazit
Das Rennen ist genau das, was es verspricht. Ein Triathlon durch eine beeindruckende Landschaft und ein kleines Stück zurück in die Vergangenheit. Keine große Show. Keine Massenveranstaltung. Sondern eine ganz besondere Zeitreise, die man nur mit eigener Muskelkraft, innerer Stärke und echter Leidenschaft erleben kann – schwimmend, radelnd und laufend.







Vielen Dank Denise für diesen großartigen Bericht!